Ausbildung Kanalbauer (m/w/d): Praxiswissen am Lehrbauhof der Baugewerbe-Innung Münster
Kanalbauerinnen und Kanalbauer sorgen dafür, dass Abwasser sicher und umweltgerecht abgeleitet wird. Sie bauen und sanieren Kanalsysteme, verlegen Rohrleitungen, stellen Schachtbauwerke her und sichern Baugruben und Gräben ab. Dabei arbeiten sie sowohl im Neubau als auch in der Sanierung und Instandsetzung auf unterschiedlichen Baustellen.
Die Ausbildung zum Kanalbauer (m/w/d) findet an mehreren Lernorten statt – im Ausbildungsbetrieb, in der Berufsschule und in der überbetrieblichen Ausbildung am Lehrbauhof der Baugewerbe-Innung Münster. Ab dem 1. August 2026 gilt die neu geordnete Ausbildungsordnung mit modernisierten Inhalten und einer neuen Prüfungsstruktur.
Der Lehrbauhof ergänzt die betriebliche Ausbildung. Hier vertiefen Auszubildende ihre praktischen Fertigkeiten, üben typische Arbeitstechniken und bereiten sich gezielt auf die gestreckte Abschlussprüfung vor.
Was ist der Lehrbauhof der Baugewerbe-Innung?
Der Lehrbauhof der Baugewerbe-Innung Münster ist eine überbetriebliche Bildungsstätte für das Baugewerbe. In Werkstätten, auf Übungsflächen und in Schulungsräumen vermitteln erfahrene Ausbilderinnen und Ausbilder praktische und theoretische Inhalte.
Auszubildende aus verschiedenen Betrieben lernen hier gemeinsam. So entsteht ein Austausch über Baustellen, Arbeitsweisen und Erfahrungen. Die Lehrgänge am Lehrbauhof sind ein wichtiger Baustein der Kanalbauerausbildung und ergänzen die Ausbildung im Betrieb sowie den Unterricht in der Berufsschule.
Deine Ausbildung zum Kanalbauer (m/w/d) – neu ab 2026
- Dauer: in der Regel 3 Jahre (36 Monate)
- Lernorte: Ausbildungsbetrieb, Berufsschule und Lehrbauhof
- Abschluss: Abschlussprüfung im Kanalbauerhandwerk
- Verkürzung: bei Abitur, Fachhochschulreife oder entsprechender Vorbildung möglich
- Gestufte Ausbildung: Nach zwei Jahren kann der Abschluss Tiefbaufacharbeiter/in im Schwerpunkt Kanalbauarbeiten erworben werden. Die Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter dauert 24 Monate, die darauf aufbauende Kanalbauerausbildung weitere 12 Monate. Bei erfolgreichem Abschluss ist man von Teil 1 der Abschlussprüfung befreit, und die Ausbildungszeit kann um 24 Monate angerechnet werden, wenn die Vertragsparteien dies vereinbaren.
- Prüfungsform: Gestreckte Abschlussprüfung – Teil 1 findet im zweiten Ausbildungshalbjahr statt und zählt mit 40 Prozent zur Endnote, Teil 2 am Ende der Ausbildung mit 60 Prozent.
- Überbetriebliche Lehrgänge: Die überbetriebliche Ausbildung ist während einer Dauer von 30 Wochen in geeigneten Einrichtungen außerhalb der Ausbildungsstätte durchzuführen. Zusätzlich können 9 Wahlwochen vereinbart werden.
Das lernst du am Lehrbauhof
Am Lehrbauhof übst du die praktischen Fertigkeiten, die du auf der Baustelle und in der gestreckten Abschlussprüfung brauchst. Dazu gehören zum Beispiel:
- Baustellen einrichten, sichern und räumen
- Gräben und Baugruben ausheben und verbauen
- Abwasserleitungen und Druckrohrleitungen einbauen
- Rohre aus Beton, Steinzeug, Kunststoff und Metall verlegen
- Schachtbauwerke aus Fertigteilen, Stahlbeton und Mauerwerk herstellen
- Kabelschächte herstellen und Kabelschutzrohre auslegen
- Wasserhaltung durchführen und überwachen
- Rohrleitungen und Schächte prüfen
- Kanäle sanieren und instand setzen
- Korrosions- und Chemikalienschutz
- Aushubarbeiten, Verfüllen und Verdichten von Bodenmassen
- Böschungen anlegen
- Straßen- und Gehwegoberflächen wiederherstellen
- Bauzeichnungen und technische Unterlagen lesen, auch digital
- Maschinen, Geräte und Werkzeuge einsetzen und pflegen
- Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz beachten
- Prüfungsrelevante Übungsaufgaben bearbeiten
- Arbeiten im Team auf der Übungsbaustelle
Die überbetrieblichen Lehrgänge umfassen unter anderem Grundlagen des Schalungsbaus, Bewehrens und Betonierens, der Herstellung von geböschten und verbauten Gruben und Gräben, der Herstellung von Ver- und Entsorgungsleitungen, einfache Schachtmauerwerke, Grundlagen des Mauerwerksbaus, Messungen mit analogen und digitalen Messgeräten sowie Grundlagen der Herstellung von Verkehrswegen.
Prüfungsbereiche der gestreckten Abschlussprüfung
Die gestreckte Abschlussprüfung besteht aus zwei Teilen. Die Prüfungsbereiche umfassen:
- Teil 1 (im vierten Ausbildungshalbjahr, 40 % der Endnote): „Herstellen von Baukörpern und Durchführen von Tiefbauarbeiten“ – mit einem praktischen Teil (7 Stunden) und einem schriftlichen Teil (120 Minuten)
- Teil 2 (am Ende der Ausbildung, 60 % der Endnote):
- „Herstellen von Kanalleitungen, Schacht- und Sonderbauwerken“ (30 %)
- „Durchführen von Kanalbauarbeiten“ (10 %)
- „Wirtschafts- und Sozialkunde“ (10 %)
Die genaue Gewichtung und Struktur der Prüfungsbereiche entnehmen Ausbildungsbetriebe und Auszubildende der aktuellen Ausbildungsordnung bzw. den Informationen der zuständigen Stelle.
Warum am Lehrbauhof lernen?
- Praxisnahe Übungen in geschütztem Rahmen
- Vertiefung von Grundfertigkeiten
- Moderne Werkstätten und Übungsflächen
- Erfahrene Ausbilderinnen und Ausbilder
- Austausch mit Auszubildenden aus anderen Betrieben
- Gezielte Vorbereitung auf die gestreckte Abschlussprüfung
- Enge Zusammenarbeit mit Betrieben und Berufsschulen
Was du mitbringen solltest
- Ausbildungsvertrag mit einem anerkannten Ausbildungsbetrieb
- Hauptschulabschluss oder vergleichbarer Abschluss – je nach Betrieb
- Interesse an Bau, Technik und praktischer Arbeit
- Interesse an Maschinen und Baugeräten
- Handwerkliches Geschick
- Körperliche Fitness
- Sorgfalt, Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit
- Bereitschaft, früh aufzustehen und bei jedem Wetter draußen zu arbeiten
- Deutschkenntnisse für Berufsschule, Lehrgänge und Sicherheitsunterweisungen
Deine Perspektiven nach der Ausbildung
Nach der Abschlussprüfung hast du viele Möglichkeiten:
- Arbeit als Kanalbauer (m/w/d) in einem Tiefbau- oder Kanalbauunternehmen
- Arbeit in kommunalen Betrieben oder der Abwasserwirtschaft
- Spezialisierung, z. B. Kanalsanierung, Schachtbau, Rohrleitungsbau oder Wasserhaltung
- Weiterbildung zum Vorarbeiter, Polier oder Meister
- Weiterbildung zum Techniker oder Studium im Bauingenieurwesen
- Fort- und Weiterbildungslehrgänge am Lehrbauhof der Baugewerbe-Innung Münster
Für Ausbildungsbetriebe
Der Lehrbauhof unterstützt Ausbildungsbetriebe bei der überbetrieblichen Ausbildung. Betriebe können ihre Auszubildenden zu Pflicht- und Wahllehrgängen anmelden. Die Lehrgänge ergänzen die betriebliche Ausbildung und bereiten die Auszubildenden auf die gestreckte Abschlussprüfung und den Baustellenalltag vor. Die überbetriebliche Ausbildung ist ab 2026 verbindlich auf 30 Wochen festgelegt.
Kontakt und Anmeldung
Du interessierst dich für die Ausbildung zum Kanalbauer (m/w/d)? Dann bewirb dich bei einem Ausbildungsbetrieb in der Region. Dein Ausbildungsbetrieb meldet dich zu den überbetrieblichen Lehrgängen am Lehrbauhof an.
Bei Fragen zu Lehrgängen, Anmeldung oder Ausbildung wende dich an:
Lehrbauhof der Baugewerbe-Innung Münster
Daimlerweg 27
48163 Münster
Telefon: 0251 9795 0
E-Mail: info@lbh-muenster.de
